Sonntag, 8. Februar 2015

Was tut man nicht alles...

... seinem Kind zuliebe. Man begibt sich zu Veranstaltungen, von denen man bis dahin nie geträumt hätte, dass man sich freiwillig jemals dorthin begeben wird. Das Faschingsturnen vom Kinderturnverein zum Beispiel.
Aber der kleine Mann hat immer so viel Spaß an der Turnstunde, und eine zusätzliche will ich ihm daher nicht vorenthalten. Außerdem geht es ja nicht darum, was Mama Spaß macht, sondern was Schorschi Spaß macht. Und in seinem kleinen Känguru-Kostüm mit Baby im Beutel sieht er auch so niedlich aus!

Dennoch kann man sich nicht vorstellen, was so eine Faschingsturnstunde bedeutet, ehe man einmal dabei war. Eine Halle mit 30-40 kostümierten Kindern zwischen 1 und 12 Jahren, die völlig außer Rand und Band umeinander, miteinander, wie auch immer, rennen, kreischen, springen und diverse Turngeräte und Aufbauten malträtieren. Dazu noch dröhnende Humba-Tätära-Partymusik aus der Ecke "Anton aus Tirol", "Komm hol das Lasso raus" und "Biene Maya".
Schorschi hatte da weitaus mehr Freude als ich, wie wild wurde der Popo gewackelt, dass der Känguruschwanz wippt. Sogar eine kleine, putzige Breakdance-Einlage hat er zum Besten gegeben. Weniger interessiert haben ihn dagegen die Turngeräte, obwohl er sonst liebend gerne klettert. Viel interessanter war da die Holzbank zum balancieren. Nach eingehender Begutachtung wurde selbige nämlich ausgiebig bekaut und benagt! Und dass Mama damit so gar nicht einverstanden war, das war natürlich völlig nebensächlich und überhaupt allerhöchstens zum kichern! Ich hätte ihm wohl besser ein Biberkostüm besorgt.

Gegen Ende wurde ich dann noch von einem kleinen Polizisten überfallen, dessen Betreuungspersonen wohl nicht anwesend oder nicht interessiert waren. Auf jeden Fall hielt der kleine Mann in Grün mir einen ebenso grünen Ball entgegen, und fragte mich immerhin recht höflich, ob ich mit ihm schießen wollte. Bei fremden Kindern scheine ich da auch nicht besser zu sein als beim eigenen, ich konnte natürlich nicht nein sagen. Also gab es als Höhepunkt nochmal richtig Spaß für Schorschi, den ich kurzerhand unter den Arm geklemmt und als Kickerfigürchen benutzt habe, um dem Mini-Polizisten den Ball zurück zu schießen.

Am Ende gab es dann noch Mini-Berliner, Mini-Laugenstangen und Mini-Dickmann's (und natürlich musste Schorschi von _jedem_ eins haben!) und Saft (das war dann auch der Punkt wo ich als Ballspielpartnerin nicht mehr interessant war). Ich bin also mit einem satten, müden und glücklichen Kind nach Hause gefahren - die allerbeste Kombination die man sich für sein Kind (und einen entspannten Feierabend ;-) ) wünschen kann!

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