... seinem Kind zuliebe. Man begibt sich zu
Veranstaltungen, von denen man bis dahin nie geträumt hätte, dass man
sich freiwillig jemals dorthin begeben wird. Das Faschingsturnen vom
Kinderturnverein zum Beispiel.
Aber der kleine Mann hat immer so viel Spaß an der Turnstunde, und eine
zusätzliche will ich ihm daher nicht vorenthalten. Außerdem geht es ja
nicht darum, was Mama Spaß macht, sondern was Schorschi Spaß macht. Und
in seinem kleinen Känguru-Kostüm mit Baby im Beutel sieht er auch so
niedlich aus!
Dennoch kann man sich nicht vorstellen, was so eine Faschingsturnstunde
bedeutet, ehe man einmal dabei war. Eine Halle mit 30-40 kostümierten
Kindern zwischen 1 und 12 Jahren, die völlig außer Rand und Band
umeinander, miteinander, wie auch immer, rennen, kreischen, springen und
diverse Turngeräte und Aufbauten malträtieren. Dazu noch dröhnende
Humba-Tätära-Partymusik aus der Ecke "Anton aus Tirol", "Komm hol das
Lasso raus" und "Biene Maya".
Schorschi hatte da weitaus mehr Freude als ich, wie wild wurde der Popo
gewackelt, dass der Känguruschwanz wippt. Sogar eine kleine, putzige
Breakdance-Einlage hat er zum Besten gegeben. Weniger interessiert haben
ihn dagegen die Turngeräte, obwohl er sonst liebend gerne klettert.
Viel interessanter war da die Holzbank zum balancieren. Nach eingehender
Begutachtung wurde selbige nämlich ausgiebig bekaut und benagt! Und
dass Mama damit so gar nicht einverstanden war, das war natürlich völlig
nebensächlich und überhaupt allerhöchstens zum kichern! Ich hätte ihm
wohl besser ein Biberkostüm besorgt.
Gegen Ende wurde ich dann noch von einem kleinen Polizisten überfallen,
dessen Betreuungspersonen wohl nicht anwesend oder nicht interessiert
waren. Auf jeden Fall hielt der kleine Mann in Grün mir einen ebenso
grünen Ball entgegen, und fragte mich immerhin recht höflich, ob ich mit
ihm schießen wollte. Bei fremden Kindern scheine ich da auch nicht
besser zu sein als beim eigenen, ich konnte natürlich nicht nein sagen.
Also gab es als Höhepunkt nochmal richtig Spaß für Schorschi, den ich
kurzerhand unter den Arm geklemmt und als Kickerfigürchen benutzt habe,
um dem Mini-Polizisten den Ball zurück zu schießen.
Am Ende gab es dann noch Mini-Berliner, Mini-Laugenstangen und
Mini-Dickmann's (und natürlich musste Schorschi von _jedem_ eins haben!)
und Saft (das war dann auch der Punkt wo ich als Ballspielpartnerin
nicht mehr interessant war). Ich bin also mit einem satten, müden und
glücklichen Kind nach Hause gefahren - die allerbeste Kombination die
man sich für sein Kind (und einen entspannten Feierabend ;-) ) wünschen
kann!
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