Freitag, 16. Januar 2015

Zu viel des Guten...

... soll man ja an einem einzigen Tag nicht erwarten. Ab und an versucht Frau es trotzdem mal, wird aber häufig enttäuscht.
Immerhin durfte ich heute Morgen ausschlafen. Meldet sich mein pamperstragender Wecker normalerweise recht pünktlich um 7 Uhr früh (an wirklich guten Tagen erst um 7.30), hat er heute erst um 8.30 losgeplappert. Gut ausgeschalfen war er dann auch wirklich ausgesprochen gut gelaunt. Schön, wenn mal mal das Frühstücksgeschirr spülen kann, ohne knatschendes Kleinkind am Bein! Allerdings war klar, dass sich sein Vormittagsschläfchen deutlich nach hinten verschieben wird. Aber da er ja sowieso nur noch einmal am Tag schläft spielt das 'wann' eher eine untergeordnete Rolle, schließlich gibt es kein Folgeschläfchen mehr, das sich dadurch ungünstig verschieben könnte.

Erste Müdigkeitsanzeichen kamen pünktlich eine halbe Stunde vor dem Mittagessen. Also schnell das Essen ein wenig vorgezogen und Schorschi bis dahin noch ein wenig bespaßt. Baguetteknabbernd wurden dann zunehmend die Augen gerieben, so dass ich der festen Überzeugung war, das Kind völlig komplikationslos ins Bett zu bringen. Aber ich sollte meinen Sohn besser kennen. Geschlagene 15 Minuten gab es Gezeter, Geschimpf und Geschrei, ehe es ruhig wurde, und der Schlaf seinen Siegeszug im Schlafzimmer feiern konnte. Und nachdem er deutlich länger als üblich auf war vor seinem Schläfchen, so dachte ich mir, würde er sicherlich auch etwas länger schlafen. Da außerdem seit einigen Stunden weder Telefon noch Internet funktionstüchtig waren (ich war abgeschnitten von der Welt da draußen, Hilfe!) hat ein Schläfchen mich gelockt. Also sicherheitshalber noch fünf Minuten gewartet - das Kind hört ja im Schlaf die Flöhe husten - und dann auf Zehenspitzen ins Schlafzimmer geschlichen. Die knarzenden Stellen vom Lattenrost kenne ich mittlerweile aus leidvoller Erfahrung, also habe ich es gemeistert, sie zu umgehen beim Hinlegen. Aaah, wie herrlich, ein weiches Kissen und eine kuschlige Decke. Mama macht die Augen zu... und keine 5 Minuten später tanzt und krakelt Schorschi in seinem Bettchen!

Es wäre ja auch ZU schön gewesen, tatsächlich mal ein Mittagsschläfchen zu machen. Hätte mein Kind das dringende Bedürfnis dazu so häufig wie ich, wir hätten hier keine Probleme mit dem Schlafen mehr! Aber während ich noch immer völlig erschöpft aus dem Bett krauche (ich war der Entspannung nichtmal annähernd nahe) ist das Kind nach seinen 10 Minuten Powernap wieder topfit.
In solchen Momenten freue ich mich dann auf die Zeit, wenn er größer ist und zur Schule geht. Wenn er dann früh morgens nicht aufstehen will, oder nachmittags müde nach Hause kommt, und noch Hausaufgaben zu erledigen hat. Dann werde ich ein klein Bisschen Schadenfreude auspacken, und ihm sagen: "Damals als du noch jederzeit hättest schlafen können... da wolltest du nicht! Jetzt siehst du mal, wie es der Mama damals ging."

Donnerstag, 15. Januar 2015

Worüber schreibt man so...

... als normalsterbliche, berufstätige Mutter? Über den ganz normalen Alltagswahnsinn, zwischen Haushalt, Arbeit und Windeln!

Mutter sein ist ein fordernder Job, auch ohne Zweitjob nebenher. Trotzdem, nachdem ich jetzt 15 Monate Zeit hatte mich 'einzuarbeiten', muss der Zweitjob (oder auch, mein ehemaliger Erstjob) wieder her, schließlich wollen Windeln und Babymüsli auch bezahlt werden, und das Geld verdient sich nicht von selbst. Und so schlimm kann das ganze mit Job und Kind doch gar nicht sein, so viele Frauen wuppen das, und manche von denen sogar mit mehr als nur einem Kind! Außerdem ist die Kinderbetreuung dank Oma wunderbar gesichert.
So denkt Frau sich das, in der Theorie. Aber wehe, wenn dann die Praxis kommt...

Seit zwei Wochen bin ich jetzt also Mama mit Zweitjob, und ich muss sagen, das Level der Ermüdung hat ein völlig neues Niveau erreicht. Hätte nicht gedacht, dass das noch geht, nach durchwachten Nächten mit Zahnungsschmerzen, Impfreaktionen und 3-Monats-Koliken. Aber man merkt die Doppelbelastung einfach. Möglicherweise ist es auch aktuell nur deshalb so anstrengend, weil ich das frühe Aufstehen und die Belastung durch die Arbeit nicht mehr gewöhnt bin nach der Elternzeit. Dann gibt es ja noch Hoffnung, dass ich in absehbarer Zeit wieder fitter bin.

Trotzdem wird es sicherlich oft genug ein Eiertanz, den ich zu vollführen habe, zwischen Job, Kind, Haushalt, und dem ganzen Rest. Manchmal wird es zum lachen sein (zumindest für Dritte, schätze ich), manchmal zum weinen, aber so oder so lohnt es sich sicher, es nieder zu schreiben... entweder für mich, oder diejenigen, die es lesen ;-)

Zum Schluss gibt es für alle Interessierten noch einen kurzen Steckbrief:

Name: Mama (manchmal auch Maaaaamaaaaa!)
Alter: 30 (*09/1984)
Beruf: Hauptberuf Mama, Nebenjob Gesundheits- und Krankenpflegerin
Größe: 1,64m
Gewicht: passt schon... irgendwie... wenn man mal Zeit für Sport hätte...
Hobbies: Bilderbücher 'vorlesen', mit Duplosteinen spielen, Türme aus Bauklötzen stapeln... und wenn ich dann mal kinderfrei habe: lesen (bevorzugt Fantasy), GW2 zocken, Crime-Serien anschauen

Und auch noch ein kleiner Steckbrief vom 'Master of Disaster':

Name: Schorschi (aus kinderschutztechnischen Gründen nutze ich hier die Koseform seines zweiten Vornamens anstelle seines 'richtigen' Namens)
Alter: 16 Monate (*09/2013)
Größe: viel zu schnell wachsend
Gewicht: langsam aber sicher zu schwer, um ihn ständig umher zu tragen
Hobbies: Bilderbücher gucken, Chaos stiften, Mamas Bauklotztürme umwerfen, auf alle Möbel klettern, tanzen